Der Kern
Die Packing‑Rate ist das, was Trainer nach dem Spiel heimlich im Kopf nachrechnen. Einfach: Wie oft wird ein Pass im direkten Laufweg des Gegners „eingepackt“? Kurz gesagt, es misst die Qualität von Räumen, nicht von Abschlüssen.
Wie wird sie berechnet?
Man nimmt jeden Pass, legt eine imaginäre Linie vom Ballträger zum Empfänger und prüft, ob ein Verteidiger im 3‑Meter‑Korridor steht. Jeder Intercept zählt ein „Pack“. Der Quotient aus allen Pässen und den Packs ergibt die Rate. Präzise, aber brutal ehrlich.
Warum xG allein nicht reicht
Expected Goals (xG) sagt dir, wie gefährlich ein Schuss war. Packing‑Rate sagt dir, warum ein Schuss überhaupt entstehen konnte – oder warum er nie entstanden ist. Ein Team mit hohem xG, aber niedriger Packing‑Rate ist wie ein Auto mit Volltank, das im Stau steht.
Das Zusammenspiel
Stell dir vor, du hast ein Spiel, in dem dein Gegner selten den Ball auf den Flügel spielt. Dein Pass in die Mitte wird fast immer von einem Center‑Back „gepackt“. Das drückt das xG nach unten, weil die Abschlüsse selten entstehen. Umgekehrt: Viele Pässe ohne Packs öffnen Räume, und das xG schießt durch die Decke.
Praxisbeispiel
Im letzten Derby von 2024 zeigte die Analyse von kifussballxganalyse.com, dass Team A ein xG von 1,8 hatte, aber eine Packing‑Rate von nur 0,12. Team B dagegen 1,2 xG, aber 0,35 Packing‑Rate. Ergebnis? Team B gewann dank höherer Chancenqualität. Der Unterschied war nicht das Schussglück, sondern das „Pack‑Game“.
Wie du es nutzt
Erstelle ein Dashboard: xG links, Packing‑Rate rechts. Sieh, wo die Korrelation bricht. Wenn xG steigt, Packing‑Rate aber fällt, dann ist dein Angriff zu einseitig. Trainiere mehr Seitenwechsel, mehr Läufe hinter die Verteidigung, und beobachte, wie die Rate nach oben schießt.
Ein letzter Tipp
Vergiss nie: Eine hohe Packing‑Rate ist kein Selbstzweck. Sie ist das Werkzeug, um Räume zu schaffen, die xG erst ermöglichen. Kurz gesagt: Packe mehr, schieße besser. Jetzt analysieren.
